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Schauspielerin : Evelyn Hamann ist tot

29.10.2007 12:54 Uhr
HamannBild vergrößern
Trauer um Evelyn Hamann. Die beliebte Schauspielerin ist im Alter von 65 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. - Foto: dpa

Sie war Loriots Sketch-Partnerin und als Sekretärin Adelheid eine der beliebtesten deutschen Seriendarstellerinnen: Jetzt ist die Schauspielerin Evelyn Hamann im Alter von 65 Jahren gestorben.

HamburgEvelyn Hamann starb in der Nacht zum Montag nach schwerer Krankheit im Kreis ihrer Angehörigen. Das teilten engste Freunde der beliebten Schauspielerin mit.

Evelyn Hamann lebte zuletzt zurückgezogen in Hamburg. Über ihr Privatleben ist wenig bekannt. Sie war ein Mal verheiratet. Interviews gab sie kaum. Auch vor ihrem 65. Geburtstag am 6. August mied sie den Kontakt zur Öffentlichkeit. Altmeister Vicco von Bülow alias Loriot schwärmte noch vergangene Woche in Berlin von ihr: "Sie war tatsächlich fabelhaft".

Rollen und Momente, die niemand vergisst

Die berühmteste Szene mit Loriot und Hamann war der "Nudel-Sketch" im Restaurant: Als Fräulein Hildegard starrte Hamann gebannt und mit todernster Miene auf das Stück Pasta, das hartnäckig im Gesicht ihres Gegenübers klebte.

Doch der achtete nicht auf ihre Hinweise und suchte stattdessen das intensive Gespräch mit ihr: "Bitte sagen Sie jetzt nichts, Hildegard".

Im Fernsehen war Hamann auch in der populären ARD-Serie "Adelheid und ihre Mörder" zu sehen. In der Titelrolle als Sekretärin Adelheid spürte sie Mörder auf, die ihre Vorgesetzten nicht schnappen konnten. Die Serie startete 1993 und wurde im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks produziert. Sechs Staffeln wurden ausgestrahlt.

Liebevolle Präzision

Betroffen reagierte die ARD auf die Nachricht von ihrem Tod. Programmdirektor Günter Struve erklärte: "Ihre Markenzeichen waren ihr hanseatisch-trockener Humor und ihr spröder Witz, mit dem sie in immer neuen Rollen ihr Publikum begeisterte." NDR-Intendant Jobst Plog sagte: "Sie war eine Darstellerin, die ihre Figuren mit größter Präzision und äußerst liebevoll gestaltet hat - und eine Kollegin, die trotz ihrer Bekanntheit nie viel Aufhebens um sich gemacht hat."

Die Geschäftsführung der neuen deutschen Filmgesellschaft (ndF), die die Serie "Adelheid und ihre Mörder" produziert hat, äußerte sich bestürzt über Hamanns Tod. "Der große Erfolg der Reihe war vor allem Frau Hamann mit ihrer unverwechselbaren Art und ihrem intensiven Spiel zu verdanken", hieß es in einer ndF-Erklärung. Im Mai 2006 sei die letzte Klappe gefallen. Danach habe die Künstlerin um eine Schaffenspause gebeten.

Der Weg auf die Bühne

Evelyn Hamann stammte aus einer Hamburger Musikerfamilie. Der Vater Bernhard Hamann war Geiger, Konzertmeister des NDR-Sinfonieorchesters und Gründer des Hamann-Quartetts, die Mutter war Sängerin und Musikpädagogin. Nach der Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg begann Hamann ihre Karriere auf der Bühne. Sie übernahm kleinere Rollen am Hamburger Thalia Theater, ab 1968 wurde sie in Göttingen, Heidelberg und Bremen engagiert.

Hamann wurde für ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet. Allein die Goldene Kamera der Illustrierten "Hörzu" erhielt sie drei Mal im Zehn-Jahres-Rhythmus: 1977, 1987 und 1997. Außerdem ehrte sie RTL 1997 mit dem Goldenen Löwen. Im gleichen Jahr bekam Hamann den Bayerischen Fernsehpreis als beste Seriendarstellerin - in "Adelheid und ihre Mörder". (mit dpa)

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