SCHAUSPIEL„Pünktchen und Anton“ von Erich Kästner : Schurken auf der Spur

Antje Horn-Conrad

Es ist die Zeit vor Weihnachten, nasskalt und dunkel. Im Einkaufstrubel der künstlich aufgehellten Straßen hoffen zwei Kinder, Streichhölzer und Schuhcreme an den Mann zu bringen. Anton, weil er Geld für sich und seine kranke Mutter verdienen muss, Pünktchen, weil die abendliche Verkaufstour Spannung verspricht. Daheim wird das Mädchen nicht vermisst. Die wohlhabenden Eltern finden kaum Zeit für das Kind. Pünktchen und Anton, auf unterschiedliche Weise von Armut betroffen, verbindet bald eine tiefe Freundschaft.

Nach „Emil und die Detektive“ hatte Erich Kästner mit „Pünktchen und Anton“ ein weiteres Kinderbuch in der damaligen Gegenwart, den nicht einfachen sozialen Verhältnissen in Berlin um 1930, angesiedelt. Nach mehr als sieben Jahrzehnten ist die Geschichte für das Hans Otto Theater noch immer erzählenswert, und dies nicht nur wegen des kriminalistischen Spürsinns der Kinder, die einem Komplott von Pünktchens Kindermädchen und deren Freund, einem üblen Schurken, auf die Schliche kommen und deren Einbruchspläne vereiteln können. Auch wenn Kästners „Nachdenkereien“ über ethische Fragen, die er zwischen die Kapitel gestreut hatte, nicht von der Bühne herunter gesprochen werden, so führt doch ein Klavier spielender Schauspieler als Alter Ego von Erich Kästner dirigierend durch das Stück. Jennipher Antoni spielt Pünktchen, die eigentlich Luise heißt, Sebastian Wirnitzer den Anton. Regie führt Jürgen Sihler, der sich nach Inszenierungen in Tübingen, München und Karlsruhe erstmals in Potsdam vorstellt. Antje Horn-Conrad



Hans Otto Theater, Fr 30.11., 10 Uhr (Premiere), Di/Mi 4./5.12., 10 Uhr, 10/7/5 €

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