Kultur : Schaustelle

In Berlin soll ein neues Kunstzentrum entstehen

Johannes Wendland

Der Berliner Südosten ist in Bewegung: Geht es nach den Plänen von zwei ehrgeizigen Galeristen, dann werden sich die Reinbeckhallen in Oberschöneweide in ein internationales Kunstzentrum verwandeln. Das Projekt „Schauhallen Berlin“ soll Filialen von zwei Museen für zeitgenössische Kunst, zwei Privatsammlungen und eine Reihe von Galerien umfassen. Im vergangenen Sommer haben Helmut Schuster (Galerie Schuster und Scheuermann) und Sven Herrmann (Galerie sphn) die baufälligen Industriehallen von der TLG Immobilien GmbH erworben. Der Bezirk Treptow-Köpenick und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatten Investoren für das Gelände gesucht, weil ihnen sonst Abrisskosten im siebenstelligen Bereich gedroht hätten. Die Stadt möchte auf dem Gelände des ehemaligen Transformatorenwerks eine Grünanlage, eine neue Ufergestaltung und einen Fußgängersteg über den Fluss errichten. Dazu hat sich die Stadt gegenüber den beiden Käufern in einem städtebaulichen Vertrag verpflichtet.

Inzwischen ist ein interner Architektenwettbewerb über die Neugestaltung der Reinbeckhallen abgeschlossen, den die Stadt veranstaltet hat. Die Jury hat sich für den Entwurf des Berliner Büros Kahlfeldt Architekten entschieden, das als Spezialist für den Umbau von Industrieanlagen bekannt ist. Mit diesem Entwurf versuchen die Investoren derzeit, die Partnerschaften an ihrem Projekt festzuzurren. Eine „Absichtserklärung“ hat bereits das Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt am Main abgegeben, das in den Schauhallen in wechselnden Ausstellungen Werke aus seinem Depot zeigen möchte. „Eine ständige Vertretung in Berlin wäre einfach klasse“, sagt Andreas Bee, der stellvertretende Direktor des MMK. Im Gespräch ist darüberhinaus eine Partnerschaft mit dem Whitney Museum in New York.

Das ehemalige Industriegelände entlang der Wilhelminenhofstraße in Oberschöneweide entwickelt sich damit weiter zum Standort für Kultur. 2006 wird die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft hierher verlegt. Bereits am Ort ist die Karl-Hofer-Gesellschaft mit einer Galerie und Ateliers für Stipendiaten. Weitere 30 Künstlerateliers sollen im kommenden Frühjahr hier bezogen werden.

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