Kultur : Schiller bleibt in Mannheim – Weimar hat kein Geld

Marc Neller

Das Nationaltheater Mannheim wird die Schillertage 2005 ausrichten, in Schillers 200. Todesjahr. Darauf einigten sich der Mannheimer Generalintendant Ulrich Schwab und sein Weimarer Kollege Stephan Märki. Ob Mannheim wegen der Finanzprobleme des Weimarer Schauspiels die Biennale künftig ganz übernimmt, blieb offen. Während des diesjährigen Schiller-Festivals in Mannheim bemühte sich Märki, die Irritationen zu zerstreuen, die sein Schauspieldirektor Thomas Potzger hervorgerufen hatte. Der hatte angekündigt, man würde noch einmal darüber sprechen, ob die Schillertage 2005 nicht doch in Weimar stattfinden. Schwab verwies darauf, dass Mannheim turnusgemäß 2005 Gastgeber sei. Er denke nicht daran, das Festival im öffentlichkeitswirksamen Jubiläumsjahr abzugeben. Zudem ist Weimar so klamm, dass Mannheim die Schillertage 2003 übernommen hat, um die Theaterwoche überhaupt zu retten. 1997 hatte Schwab mit Märkis Vorgänger Günther Beelitz vereinbart, sie im Wechsel auszutragen. Sie sollte eine Biennale bleiben, aber beiden Städte durch den Vierjahresrhythmus die Finanzierung erleichtern. Beelitz wie Schwab schwärmten damals von einem gesamtdeutschen Festival. Für die Zusammenarbeit gab es auch nüchterne Gründe: 1991, 1993 und 1995 waren die Schillertage ausgefallen, weil Mannheim sie nicht bezahlen konnte. Vieles deutet daraufhin, dass das internationale Festival auf absehbare Zeit in Mannheim bleibt.

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