Kultur : Schily: Peter Raue soll Kultursenator werden

Der Berliner Rechtsanwalt Peter Raue wäre nach Ansicht von Bundesinnenminister Otto Schily "ein hervorragender Kultursenator" für die Hauptstadt. Offenbar scheue er aber den offenen politischen Konflikt, meinte Schily am Sonntag bei einer Diskussion des Senders "radio kultur". An großen Persönlichkeiten herrsche Mangel in Berlin. Schily lobte Raues beispielhaftes kulturelles Engagement und betonte, es sei Sache des Staates, für solches Engagement endlich entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Reform des Stiftungsrechts sei da nur ein Beispiel unter vielen.

Raue ist im Verein der Freunde der Berliner Nationalgalerie aktiv und tritt vor Gericht oft in kulturellen Streitfragen auf (wie gegenwärtig in der Auseinandersetzung um die im Henschel-Verlag erschienene Abbado-Biografie). Er selbst betonte, er habe das Amt eines Kultursenators bislang vor allem aus Gründen persönlicher Unabhängigkeit gescheut. Eine politische Tätigkeit würde ihn gegenüber Künstlern in Zwänge treiben, die ihm nicht behagten. Im übrigen werde das Amt des Kultursenators bei Regierungsbildungen meist zuallerletzt nach politischem Proporz besetzt.

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