Kultur : Schlechte Zahlen für die Kinos - Zuschauerzahlen gingen zurück

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Die Deutschen gehen wieder weniger ins Kino. Die Filmförderungsanstalt (FFA) legte jetzt ihre Besucherstatistik für das erste Halbjahr 1999 vor. Danach haben von Januar bis Juni rund 67 Millionen Zuschauer vor den Leinwänden Platz genommen, zehn Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Deshalb gingen auch die Einnahmen an den Kinokassen um etwa elf Prozent auf 709 Millionen Mark zurück. Den Grund für die Entwicklung sieht FFA-Vorstand Rolf Bähr in dem Film "Titanic", der allein vor einem Jahr allein 18 Millionen Besucher anlockte. Einen vergleichbar stark besuchten Film hat es in diesem Jahr bislang nicht gegeben.

Bähr will dennoch keine Krisenstimmung aufkommen lassen. In den nächsten Monaten seien besonders besucherträchtige Filme zu erwarten. Der Ernüchterung über die Statistik weiß Bähr mit einem Rechentrick durchaus Positives abzugewinnen: Obwohl weniger Zuschauer ins Kino gingen, stieg im Gegenzug der Marktanteil des deutschen Films von 8,8 auf 15 Prozent. Insgesamt 9,6 Millionen Besucher haben sich 1999 für einen deutschen Film entschieden, gegenüber 6,6 Millionen im gesamten Jahr 1998. In diese Besuchs-Statistik fällt aber auch die internationale Koproduktion "Asterix und Obelix", die allein 3,5 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte.

Der Boom der Multiplex-Kinos hält ungeachtet an. Im ersten Halbjahr wurden 132 Kinosäle eröffnet, 109 geschlossen, weitere 98 Kinosäle gingen wieder in Betrieb, das macht ein Plus von 191 Kinos. Deutsche Filme sind teurer geworden: Schlug 1997 ein Film mit durchschnittlich 6,9 Millionen Mark zu Buche, werden es 1999 zehn Millionen Mark sein. Erfreulich für den Kinogänger: Erstmals seit 1995 sind die Eintrittspreise zurückgegangen. Statt durchschnittlich 11,17 Mark 1998 kostete ein Ticket im ersten Halbjahr dieses Jahres nur noch 10,84 Mark. Auch das hänge mit "Titanic" zusammen, erklärte Bähr: Für den Film war wegen Überlänge ein Zuschlag fällig.

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