Kultur : Schlingensief inszeniert „Parsifal“ in Bayreuth

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Christoph Schlingensief wird bei den Bayreuther Festspielen 2004 Wagners „Parsifal“ inszenieren. Am Dirigentenpult steht Pierre Boulez. Der Berliner Regisseur springt für Martin Kusej ein, den FestspielChef Wolfgang Wagner im Mai überraschend von seiner Aufgabe entbunden hatte.

Schlingensief sagte, er sei „extrem glücklich“ über die Entscheidung, „auch wenn ich ein bisschen Gänsehaut nicht verleugnen kann“. Er sei „völlig überrascht“ davon, mit wie viel Aufmerksamkeit man am „Grünen Hügel“ seine bisherigen Arbeiten offenbar verfolgt habe, die zum Teil auch Annäherungen an Wagner („Deutschlandsuche“) gewesen seien. „Was den Parsifal betrifft – ein Tor, der sich den Dingen unbedarft nähert, das könnte der Parsifal in mir sein.“ Bayreuth sei auch „kein Getto, in das nur gelassen wird, wer Noten und Partituren lesen kann“. Er habe Verständnis für eine „gewisse Angst“ vor Provokationen am „Weihetempel“ in Bayreuth. „Aber oberflächliche Provokationen interessieren mich wirklich nicht. Ich werde keinen Sänger zwingen, nackt auf einem Eisblock zu singen oder mit einem Laptop herumzurennen.“ Der Theaterprovokateur bereitet zurzeit den „ersten internationalen Pfahlsitzwettbewerb“ im Rahmen der 50. Kunstbiennale Venedig vor. dpa

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