Kultur : Schlingensief: Keine Panik in Bayreuth

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Christoph Schlingensief will bei seinem BayreuthDebüt 2004 mit „Parsifal“ die Wagnerianer nicht über Gebühr verstören. „Mich interessiert kein Hitler auf dem Grünen Hügel“, sagte Schlingensief in einem Interview mit dem Bayreuther „Nordbayerischen Kurier“. Er werde keinen „Bombentrichter“ hinterlassen. Festspielchef Wolfgang Wagner hatte den Theaterprovokateur im Juni überraschend als „Parsifal“-Regisseur engagiert. Der „Parsifal“ liege ihm, sagte Schlingensief. „Ich bin Katholik, immer noch.“ Er habe zwar grelle Aktionen gemacht, seine Arbeit aber immer sehr ernst genommen. „Nach dem Reclamheft“ werde er aber sicher nicht inszenieren: „Ich glaube für mich eine Türe entdeckt zu haben, diesen Parsifal zu betrachten. Hinter dieser Türe hat Hitler keine kleinere oder größere Bedeutung als ein George Bush oder andere Weltenlenker. Deswegen muss man aber nicht die Hakenkreuzflagge oder die US-Fahne auf die Bühne holen. Das ist alles Bullshit.“ Schlingensief sagte, seit seiner Verpflichtung befinde er sich in einem „leichten Schwebezustand der Verunsicherung“. „Zunächst einmal muss ich selbst mit dieser Berufung zurechtkommen.“ dpa

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