Schlösser-Stiftung : 285 Millionen gegen den Verfall

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten fordert zusätzlich 285 Millionen Euro für die Sanierung von besonders vom Verfall bedrohten Bauten. Ansonsten ist eine Gefährdung des Unesco-Welterbestatus in Brandenburg nicht auszuschließen.

Potsdam - Bei vielen Schlössern und Gärten sei bald der Punkt überschritten, an dem der endgültige Verlust von Bausubstanz eintrete, sagte Generaldirektor Hartmut Dorgerloh. Um den drohenden Verfall zu stoppen, habe der Stiftungsrat am Donnerstag einen Masterplan mit einem Volumen von 285 Millionen Euro für zehn Jahre beschlossen.

Die größten Einzelprojekte, deren Sanierung so finanziert werden soll, sind das Neue Palais, das Schloss Charlottenburg und das Schloss Babelsberg. Der Gesamtbedarf der drei Gebäude liegt den Angaben zufolge bei 242 Millionen Euro. Davon sollten 122 Millionen Euro über den Masterplan bereitgestellt werden.

Wesentlich höherer Gesamtbedarf

Der Bedarf für alle 300 Objekte, für die die Stiftung zuständig ist, liege bei 730 Millionen Euro, so Dorgerloh. Die Stiftung habe diesen Betrag ermittelt, nachdem der Bundesrechnungshof in einem Bericht die zu geringe Mittelaufwendung für die historischen Anlagen in Brandenburg kritisiert habe.

Insgesamt wurden den Angaben zufolge seit der Gründung der Stiftung im Jahr 1995 rund 165 Millionen Euro investiert. Allerdings seien das nicht nur Gelder aus dem Stiftungshaushalt, sondern auch private Gelder und zusätzliche Mittel vom Bund sowie von den Ländern Berlin und Brandenburg gewesen. (tso/ddp)

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