Kultur : Schön war die Zeit

Silvia Hallenseben

Passend zur Sixties-Retro zeigt das Forum unter dem Titel "Der Kult der Steine" ein Programm mit fünf "ethnografischen" Filmen des Regisseurs Luigi di Gianni aus den Jahren 1958 bis 1967. Damals war Süditalien noch ein vorindustrielles Land, von den Wundern der Konsumgesellschaft bis auf ein paar Fernsehgeräte weit entfernt.

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Die Filme zeigen Landarbeiterinnen, Kirchengeher und lukanische Bauern, die sich selbst spielen. Denn di Gianni hat seine Szenen kunstvoll künstlich nachgestellt, sei es die malerische Ansammlung auf einem Mäuerchen herumgammelnder Männer oder der Tagesablauf eines privaten Neapolitaner Weihrauchschwenkers, ein früher Dienstleister sozusagen. Suggestiv arrangiert und geschnitten ist das dann zu kleinen Geschichten. Und damit wir, was uns sinnträchtig vorgeführt wird, auch begrifflich richtig verstehen, wird uns Verhalten und Wesen der Menschen mit auktorialer Geste wortgewaltig erklärt. Di Giannis Filme sind wundersame Zeitreisen in ein schon verblüffend weit entfernes Europa.

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