Kultur : Schöne Trauer

Piazzollas Erbin: die Gitarristin Adriana Balboa

Dirk Becker

Spielt Adriana Balboa Gitarre, dann ist das wie eine Reise. Klassische südamerikanische Stücke, in denen sie Tänze andeutet, Flüsse durch den Urwald fließen lässt, Landschaften zeichnet. Wenige Töne, die wie zufällig fallen, fast zerbrechliche Akkorde, die zu musikalischen Skizzen werden, mehr braucht sie nicht. Geboren in Uruguay, ist Balbao 1993 nach Berlin gezogen. In ihrer Heimat war es ihr musikalisch zu eng geworden: „Piazzolla spielen, das war verpönt.“ Auf ihren beiden Alben „Sur“ und „Hommages“ (Acoustic Music Records) spielt sie Piazzollas „Tango nuevo“ und zeitgenössische Kompositionen von Jaurés Lamarque-Pons und Isaias Savio aus Uruguay, die traditionelle Lieder und Tänze ihrer Heimat aufgreifen. „Ich bin kein trauriger Mensch“, sagt Balboa. Ihre Musik klingt trotzdem melancholisch und moll-lastig. „Vielleicht ist das meine Art, an meine Heimat zu denken.“

Adriana Balboa spielt heute um 17 Uhr im Schloss Glienicke. Informationen unter www.konzerte-schloss-glienicke.de

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