Kultur : Schrei für mich! Die Singer-Songwriter Terry Lee Hale und Hugo Race im Tacheles

H.P.DANIELS

Er habe eine neue Frisur und eine neue Band, sagt Terry Lee Hale.Die kurzgeschnittenen Haare stehen ihm gut, die Band weniger.Denn wer den amerikanischen Songwriter einmal erlebt hat bei früheren Solokonzerten, der weiß um das Können dieses exquisiten Akustikgitarristen.Und so ist es eine Enttäuschung, ihn im Tacheles als Frontmann einer mittelmäßigen Rockband zu hören."I really had a hard time up here", sagt er.Nein, es war sicher nicht sein Tag.Aber dann blitzt in den Zugaben doch noch etwas auf von der alten Klasse: ohne Band spielt Hale ein wunderbar träge flirrendes Bottlenecksolo.Und dann singt er noch etwas, abgestöpselt, ohne Mikro.Anrührend.

Auf ganz anderem Terrain bewegt sich der Australier Hugo Race, der aus dem Umfeld von Nick Caves Bad Seeds stammt.Erstaunlich dichte Klangbilder stellt er in den Raum mit "The True Spirit", seinen Mitstreitern an dräuenden Gitarren, Keyboard und Schlagzeug.Als hätten sie die frühen Stones gekreuzt mit der Düsterwelle der 80er.Und ein bißchen von dem indischen Sound, den Beatles und Konsorten in den 60ern für sich entdeckt hatten.Dazu Industrielärm, Hall, Echo, Verzerrungen.Rhythmischer Sprechgesang, dramatisch spitze Schreie.Und plötzlich, unter diesem Klangschlamm, ein Funkeln schöner Melodien.Hypnotischer Lärm, magisch, magnetisch.

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