SCHREIB Waren : Es muss nicht immer Liebe sein

Steffen Richter über schwierige Beziehungen

Steffen Richter

Na olala, da muss Herr Sarkozy doch tatsächlich Frau Bruni heiraten. Zum Besten der Staatsgeschäfte soll es ja sein. Aber ob das privat gut geht? Veronica Lario, einst Schauspielerin und Ehefrau von Italiens Ex-Premier Berlusconi, forderte vor Jahresfrist in „La Repubblica“, ihr Gatte möge sich gefälligst für sein Herumflirten vor laufenden Kameras entschuldigen. Bill Clinton wenigstens unterstützt Hillary, wie es sich in einer Familie gehört. Aber war da nicht auch mal was?

Was man aus alldem lernen kann? Wenig. Höchstens, dass die Welt der Beziehungen wunderbar vielfältig, aber schrecklich verwirrend ist. Dieser Tatsache trägt der Berliner Wintersalon Rechnung, der zum 7. Mal unter Britta Gansebohms Ägide stattfindet. Sein Thema heißt „beziehungsWEISEN“ und wird in 100 Lesungen von 35 Autoren in 4 Tagen gründlich durchdekliniert. Dabei muss es nicht um Liebe gehen. Manch einer soll eine innige Beziehung zu seinem Fernseher unterhalten. Ich pflege eine schwierige Beziehung zum Fußballklub Dynamo Dresden und keinerlei Beziehungen zur Mongolei. Mit Ausnahme der drei mongolischen Jurten, in denen vom 17. bis 20.1. im Sony Center am Potsdamer Platz ein spektakuläres Lese-Event über die Bühne geht. Es kommt u.a. Katja Lange-Müller aus dem Wedding. Die kann nicht nur richtig gut über Liebesbeziehungen schreiben – wie in ihrem aktuellen Roman „Böse Schafe“ (Kiepenheuer & Witsch). Sie hat sogar einmal in einer Teppichfabrik in Ulan-Bator gearbeitet und verfügt deshalb als eine der wenigen deutschen Schriftstellerinnen über eine veritable Beziehung zur Mongolei.

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