SCHREIB Waren : Feuchtwanger lebt!

Steffen Richter

Wie Kanonisierungsprozesse ver laufen, kann man gut am Beispiel von Lion Feuchtwanger sehen. Der Brecht-Freund hatte früher als die meisten begriffen, was Hitler bedeutet. Seine kritischen historischen Romane wie „Jud Süß“ oder „Der falsche Nero“ waren weltweit erfolgreich, in der DDR galt er – nach einem Wort Hans Mayers – als „Ersatzklassiker“. Aber in der Nachkriegsbundesrepublik war der Amerikaexilant – wie viele andere Exilanten auch – nicht recht willkommen. Ein guter Grund, sich am 18.12. (20 Uhr) an seinen 50. Todestag zu erinnern (Brecht-Haus, Chaussee str. 125).

Immerhin ist Feuchtwangers kalifornische „Villa Aurora“ bis heute ein viel frequentierter Stipendienort – auch ein Weg, nicht in Vergessenheit zu geraten. Auf dem Podium sitzt zusammen mit Wilhelm von Sternburg und Sonja Hil zinger auch Manfred Flügge. Er hat im Aufbau-Verlag gerade eine Biografie über Feuchtwangers Frau vorgelegt: „Die vier Leben der Marta Feuchtwanger“. Schon am Mittwoch beginnt um 21 Uhr 15 üb rigens mit der Dokumentation „Feuchtwanger lebt!“ auf 3sat ein Feuchtwanger- Schwerpunkt, der bis in den Januar reicht. Da kann man Marta am 21. Dezember um 11 Uhr 30 in einem Gespräch mit Reinhart Hoffmeister erleben.

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