SCHREIB Waren : Entscheidung im Baumarkt

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Ein komisches Wort: Beziehungskiste. Was sich in der so alles verbirgt, erkunden die „Stromberg“-Autoren Sonja Schönemann und Ralf Husmann, wenn sie „Die Kiste der Beziehung“ auspacken. Da finden sich schöne Einsichten: „Das Geheimnis einer guten Beziehung ist nicht, dass man die gleichen Sachen mag, sondern dass man die gleichen Sachen scheiße findet.“ Oder auch: „Ob eine Beziehung stabil ist, entscheidet sich nicht im Bett, sondern im Baumarkt.“ Das mag manchen neue Hoffnung machen, anderen die letzten rauben. Natürlich ist das klischeegesättigt, aber eben auch komisch. Am Donnerstag wird im Südblock aus dem Werk gelesen (Admiralstr. 1-2, 20 Uhr).

Ebenso komisch muten gelegentlich Arno Schmidts Erkenntnisse über die „Menschensorten“ Mann und Frau an: „Männer, die keine Süßichkeitn mög’n, die sind nich’ treu.“ Das gibt zwar zu denken, wird aber vermutlich nicht diskutiert, wenn sich die Arno-Schmidt-Woche dem Thema „Zeichen und Wunder“ widmet, in der es um des Autors „VerschreibKunst in Satz und Phonetik“ geht.

Schmidt pflegte nicht nur einen eigen=willigen SchreibStil, sondern inte-grier-te dabei auch NonVerbales (raschel, raschel) in seine Texte: Die Ankündigung vermerkt neben Seufzen und Atmen auch „Digestions- und Sexualgeräusche“. Friedrich Forssman und Bernd Rauschenbach erklären diese und andere Herausforderungen am Dienstag im Palais am Festungsgraben (20 Uhr, Am Festungsgraben 1). Wie sich weitere Alltags- und auch Reiseerfahrungen in Schmidts Roman „Das steinerne Herz – historischer Roman aus dem Jahre 1954 nach Christi“ niedergeschlagen haben, zeigen Klaus Behringer, Susanne Fischer und Thomas Flierl, die das Werk am Mittwoch mit dem Tagebuch von Alice Schmidt vergleichen (20 Uhr).

Aus der im geteilten Berlin spielenden Episode des Romans liest Christian Brückner am Freitag (20 Uhr). Der Protagonist sucht in der Staatsbibliothek Handbücher des Königreichs Hannover. Hannover ist langweilig? Dazu Arno Schmidt: „Und was heißt schon New York? Großstadt ist Großstadt; ich war oft genug in Hannover.“

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