SCHREIB Waren : Nah am Wasser gebaut

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Alles fließt, wussten schon die alten Griechen, und folglich starten wir die Woche mit einem beherzten Sprung ins feuchte Element: Am Dienstag heißt es, um 20 Uhr in das warme Nass des Liquidroms (Möckernstr. 10) abzutauchen und einer Unterwasserlesung von Ilka Metzner zu lauschen. Über die Textauswahl kann an dieser Stelle leider nichts verraten werden, aber sicher klingt unter Wasser alles ganz zauberhaft. Und wenn’s nur der schnorchelnde Nachbar ist.

In Wassernähe geht es am Mittwoch um 19 Uhr weiter: „Goethe und der Garten“ lautet der Themenabend, den Wolfgang Unterzaucher und Barbara Staneck mit einer Lesung aus Briefen und Texten Goethes in der Liebermann-Villa am Wannsee (Colomierstr. 3) gestalten. Im Anschluss wird Sommerbowle gereicht.

Goethe war ja bekanntlich in der Lage, mit und ohne Bowlenglas in der Hand den Kosmos und das Kleingedruckte gleichermaßen zu überblicken. Wir folgen seinem Beispiel und richten den Blick am Donnerstag vom idyllischen Kleingarten hinweg zum Erdenrund: Am 9. September 2009 wurden anlässlich der Verkündung des „Day of the Planet“ Autoren weltweit aufgefordert, einen Text oder ein Gedicht über diesen Tag zu schreiben. Am Donnerstag liest der Mitautor Charly Braun um 20 Uhr im Café Tasso (Frankfurter Allee 11) aus der Anthologie „Ein Tag auf unserem Planeten“, für die musikalische Begleitung sorgt Gitarrist Jürgen W. Lison.

Dem – kalligraphisch leicht angestrengten – Motto „Musik und Liter(N)atur“ hat sich auch der Britzer Garten (Sangerhauser Weg 1) am Sonnabend um 16 Uhr mit einer „musikalischen Parklesung“ verschrieben: Und wo könnte eine imaginäre Reise nach Italien besser stattfinden als im dortigen Sommerblumengarten? Christine Lander erzählt „gestiefelte Märchen“, begleitet wird sie von Anna Wieland, die populäre italienische Melodien auf der Mandoline spielt. Volkstümliche Weisen wollte auch Goethe in Venedig hören, schließlich hatte er bei Rousseau gelesen, dass „die Gondolier große Stellen aus Ariost und Tasso auswendig wissen und solche auf ihre eigenen Melodien zu singen pflegen“.

Doch, da ist es wieder, das Kleingedruckte des wirklichen Lebens: Ganze zwei singende Gondelfahrer konnte er ausfindig machen – und musste den Barkarolengesang auch noch eigens bei ihnen bestellen. Im Teutschen Merkur berichtete er zunächst unverblümt: „Im ganzen war der Gesang rauh und schreiend.“ In der Italienischen Reise schrieb er dann später verschönernd, der Gesang sei „menschlich und wahr.“ So kann man es natürlich auch sagen.

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