Kultur : Schriftsteller Oscar Hijuelos ist tot

Der kubanisch-amerikanische Autor Oscar Hijuelos ist tot. Er starb am Samstag 62-jährig in New York, nachdem er beim Tennisspielen einen Herzinfarkt erlitten hatte. Für seinen zweiten Roman „Die Mambo-Kings spielen Songs der Liebe“ (S. Fischer Verlag) bekam er 1990 als erster Latino einen Pulitzer-Preis im Bereich Fiction verliehen. Die Huldigung an den Lebensstil und die Musik kubanischer Emigranten im Big Apple der frühen 1950er Jahre wurde später mit Antonio Banderas in der Hauptrolle verfilmt. Hijuelos, der als Kind kubanischer Einwanderer in New York aufgewachsen war, griff dabei wie in seinem Erzähldebüt „Unser Haus in der letzten Welt“ auch auf eigene Erfahrungen zurück. Zuletzt begab er sich mit dem Memoir „Thoughts Without Cigarettes“ noch einmal in diese Immigrantenwelt zurück. In deutscher Sprache erschienen nur noch die Romane „Die vierzehn Schwestern des Emilio Montez O’Brien“ und „Runaway“ – seine erste Arbeit für Jugendliche.

Hijuelos hatte am City College of New York unter anderem bei Donald Barthelme, Susan Sontag, William S. Burroughs, Frederic Tuten Creative Writing studiert. Barthelme wurde sein Mentor. Später lehrte er an der Hofstra University und der Duke University selber. Dramaturgisch und sprachlich waren seine Bücher zutiefst amerikanisch geprägt – der Latino-Touch gab ihnen nur eine besondere Note. Hijuelos hatte sich bereits als Vierjähriger während eines langen Krankenhausaufenthalts in Connecticut von seinen spanischen Wurzeln gelöst. Tsp

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