Kultur : Schröder soll Rubens-Fall klären

Besitzer fordert Entschädigung

Elke Windisch

Mit Kultur dürfte Schröder auf dem heute in Jekaterinburg beginnenden Gipfel mehr konfrontiert werden, als das Rahmenprogramm vorsieht. Der russische Unternehmer, der im Besitz des geraubten Rubens-Gemäldes ist, auf dessen Rückgabe die Bundesregierung besteht, will sich von deutschen Gerichten die Rechtmäßigkeit seines Anspruchs bestätigen lassen. Außerdem verlangt er Entschädigung für den ihm entstandenen moralischen Schaden aus der „in der Westpresse“ gegen ihn geführten „Hetzkampagne“. Er habe das Rubens-Frühwerk „Tarquinius und Lukrezia“, dessen Rückgabe die Stiftung „Preußische Schlösser und Gärten“ von Russland verlangt, rechtmäßig erworben, so Wladimir Logwinenko, gegen den in Deutschland bereits ein Verfahren läuft. Sein Anwalt, Ruslan Abdullajew, erklärte, Logwinenko sei bereit, das Bild zurückzugeben, allerdings nur gegen Einstellung des Verfahrens gegen ihn und eine angemessene Entschädigung. Forderungen nach entschädigungsloser Rückgabe widersprächen russischen und internationalen Gesetzen: Das Gemälde stünde nicht in den offiziellen Beutekunst-Listen. Deutschland sieht genau deshalb den Tatbestand des Kunstdiebstahls durch Privatpersonen erfüllt. Dem aber folgt aus russischer Sicht nicht zwingend die entschädigungslose Rückgabe. Ehrliche Besitzer hätten nichts zu fürchten, so auch Anatolij Wilkow, Gutachter im russischen Kultusministerium. Logwinenko habe seinen Schatz nie versteckt.

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