Schröder über Immendorff : "Ein großer deutscher Maler"

Altbundeskanzler Gerhard Schröder hat den verstorbenen Künstler Jörg Immendorff als "einen der ganz großen deutschen Maler der Nachkriegszeit" gewürdigt. Immendorff war am Montag im Alter von 61 Jahren gestorben.

Hamburg - Immendorf sei ein "politischer, gesellschaftskritischer Künstler und ein unbequemer Zeitgenosse" gewesen, der die Widersprüche und Bruchstellen der deutschen Geschichte immer wieder offengelegt habe, schreibt Schröder in einem Beitrag für die "Bild"-Zeitung. Der Künstler sei angetrieben worden durch "ein tiefes Gerechtigkeitsempfinden, das ihn gegen die großen Ungerechtigkeiten dieser Welt aufbegehren ließ." Schröder beschreibt Immendorff als Freund, dessen Tod ihn "tief erschüttert" habe.

Immendorff habe "einen langen, zähen Kampf gegen seine Krankheit geführt", schreibt Schröder weiter. "Wer ihm in seinen letzten Wochen begegnete, konnte nur beeindruckt sein von seinem unbeugsamen Willen, seiner schier unerschöpflichen Schaffenskraft, seiner Energie, mit der er Kunst schuf, um dem Tod zuvorzukommen. Diesen Kampf hat er nun verloren." Der 61-jährige Immendorff hatte seit 1998 an der unheilbaren Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) gelitten. Am Montagmorgen war er in Düsseldorf gestorben. (tso/AFP)

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