Kultur : Schröders Schnelligkeit: Rinderwahn

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Vom Essen versteht der Kanzler was. Und von Liebe: Von der Liebe der Wähler zum Essen und zur SPD. Da die Liebe zur SPD in Zeiten von BSE durch den Magen geht, hat Schröder das Thema Rinderwahnsinn und Verbraucherschutz zu seinem Thema gemacht. Am Mittwoch forderte er im Bundestag, Deutschland müsse "weg von den Agrarfabriken". Das ist eine populäre Forderung, da wohl kein Verbraucher für Hühner in Legebatterien oder Kälber in Einzelzellen ist. Jeder Wähler erinnert sich mit Grauen an die Bilder von den geschundenen Kreaturen in der Fleischindustrie und die Funde der vergangenen Jahre: Dioxin im Schweinefleisch, Salmonellen im Ei, Hormone im Rindfleisch. Der Rinderwahnsinn BSE ließ sich bislang nicht nachweisen, und so konnten die Deutschen mit dem Mantra ruhig gestellt werden: Deutsches Fleisch ist sicher. Dem ist nicht mehr so. Schröder ist der erste Kanzler, der alles öffenlich anprangert. So drängte er seinen Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke, das Tiermehlverbot ruck-zuck durch die Parlamente zu bringen. Und forderte ihn zweitens, den Verbraucherschutz zum Thema Nummer Eins seiner Politik zu machen. Funke ist den Wünschen des Kanzlers nachgekommen und will nun sein Ressort umorganisieren. Dabei nennt er jedoch lediglich eine Abteilung um und fügt "Verbraucherschutz" an den Namen. Eine Erklärung, wie Schröder die Agrarfabriken los werden will, ist Funke bisher schuldig geblieben - und der Kanzler auch.

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