Kultur : Schule des west-östlichen Lebens In Berlin: Barenboims multinationales Ensemble

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Heute abend gastiert in Berlin das politisch-musikalische Ziehkind Daniel Barenboims und seines verstorbenen palästinensischen Freundes Edward Said: das multinationale West-Eastern Divan Orchestra, in dem diesmal um die 40 Israelis mit knapp 30 Angehörigen arabischer Staaten musizieren, dazu über 20 junge Musiker aus dem einstigen Vielreligionen-Modell-Land Andalusien, das inzwischen Heimat des 1999 gegründeten Projektes ist. 13 syrische und libanesische Musiker haben aus aktuellem Anlass abgesagt; Orchesterleiter Barenboim ist darüber „traurig, kann es aber nachvollziehen“. So „blauäugig“, sich für ein Orchester auf Friedensmission zu halten, sei man im übrigen nicht. Die Botschaft sei höchstens, dass man doch gemeinsam musizieren könne – während die Realität es kaum erlaube, zusammenzuleben. Ohne Nahost-Konflikt indessen gäbe es das Orchester nicht. „Ich bin traurig und wütend über den Krieg“, so Barenboim, „doch ich werde mich deswegen nicht zurücklehnen.“ Musik als „Schule des Lebens“ könne etwa zeigen, dass eine Behauptung erst dann interessant wird, wenn es dazu den Kontrapunkt gibtals „subversive Gegenstimme“. cte

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