Kultur : Schwarz auf Weiß

Fotoauktion in der Berliner Villa Grisebach

Katrin Wittneven

Just in diesem Augenblick scheint Fred Astaire zum Freudensprung anzusetzen. Wer wollte es ihm verdenken? Martin Munkácsis mit 12 000 bis 15 000 Euro taxierter Vintageprint von 1936, das den Ausnahmetänzer in der Bewegung einfängt und zum Sinnbild für den Tanz stilisiert, gehört mit 34 220 Euro zu den Überraschungen der Fotoauktion in der Villa Grisebach am Donnerstag. Es sollte nicht die einzige bleiben. Denn gerade der Fotomarkt bleibt selbst für Experten schwer einzuschätzen.

So dauerte es in einem rasanten Bietgefecht in Tausenderschritten keine fünf Minuten, bis Albert Renger-Patzschs 1925 entstandener Vintageprint einer Maschinenkopplung von den taxierten 3000 bis 4000 Euro auf 23 000 Euro gestiegen war und einem Berliner Händler zugeschlagen wurde (mit Aufgeld: 27 140 Euro). Gleich das nächste Los, eine Innenaufnahme der Zwickauer Marienkirche (1928) des Protagonisten der Neuen Sachlichkeit, fand bei gleichem Schätzpreis keinen Interessenten. Glück für den einen, Pech für den anderen bei der nächsten Losnummer, als zwei in einer Achse sitzende Bieter gleichzeitig glaubten, für 3000 Euro den Zuschlag für den „Buchenwald“ von Renger-Patzsch erhalten zu haben. Für das nur etwas größere anschließend aufgerufene Waldmotiv musste der zunächst leer ausgegangene Bieter bereits das Dreifache zahlen.

Die Dynamik einer Auktion wurde auch bei den vier Marilyn-Motiven von Bert Stern deutlich, als diese von Bild zu Bild hintereinander stiegen (Preise zwischen 2000 und 2500 Euro). Teuerstes Werk wurde Andreas Gurskys fast abstrakt erscheinendes Unikat für die Kunstedition der Fifa. Mit einem Preis von 93 000 Euro blieb es im Rahmen seiner Schätzung. Insgesamt gab es trotz zahlreicher Rückgänge mit 660 000 Euro ein gutes Gesamtergebnis.

Villa Grisebach, Fasanenstraße 25, Auktion Kunst des 19. & 20. Jahrhunderts: heute 10 Uhr; Third Floor, Schätzwerte bis 3000 Euro: heute 15 Uhr.

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