Kultur : Schwarze Linien der Liebe Die Sammlung Schilling in der Villa Grisebach

-

Bei den diesjährigen Frühjahrsauktionen in der Berliner Villa Grisebach wird in einer Sonderversteigerung auch die Sammlung einer ehemaligen Mitarbeiterin und Kunstkennerin zum Aufruf kommen: Claudia von Schilling hatte seit 1990 die Villa als Repräsentantin in der Schweiz und in Italien vertreten. Zu den 115 Stücken der im letzten Jahr verstorbenen Sammlerin zählen vor allem Grafiken, Gemälde und Zeichnungen der Klassischen Moderne.

Höhepunkte dieser besonderen Versteigerung, deren Erlös an die „Claudia von Schilling Foundation“ zur Brustkrebsforschung geht, sind schon ab Montag in Berlin zu besichtigen, über eine Woche vor dem offiziellen Beginn der Vorbesichtigungen. Ein leuchtendes Blumenbild von Emil Nolde (Taxe 50000–70000 Euro), Ernst Wilhelm Nays kraftvolles Ölbild „Sizilienblau“ (Taxe 80000–120000 Euro) und die hinreißende Lithografie „Die Brosche. Eva Mudocci“ von Edvard Munch ragen aus dem Angebot der Sonderauktion heraus (Taxe 20000–30000). 1903 hatte Munch seine Geliebte, eine britische Violinvirtuosin, festgehalten. Das Porträt fiel ihm offenbar schwer. In einem Brief schrieb Mudocci: „Er wollte von mir ein perfektes Ölbild malen. Doch jedes Mal, wenn er ein Ölbild zu malen begann, hat er es zerstört, weil er damit nicht zufrieden war. Es ging besser mit der Lithografie, und die Steine, die er dazu brauchte, wurden auf unser Zimmer im Hotel Sanssoussi gebracht.“ wit

Die Vorbesichtigung zu der Sonderauktion in der Villa Grisebach am Vormittag des 11. Juni beginnt am 24. Mai (Fasanenstraße 25), www.villagrisebach.de.

0 Kommentare

Neuester Kommentar