Kultur : SCHWULENDRAMA

La Léon

Fabian Soethof

Alvaro ist schwul und lebt in einem Dorf im argentinischen Urwald. In der fischenden und holzfällenden Dorfgemeinde ist ihm nicht jeder wohl gesonnen – allen voran der bullige und scheinbar homophobe Fährmann Turu. Dessen Boot „Leon“ ist die einzige Verbindung zwischen Busch und Außenwelt. Lange, mystische Kamerafahrten in Schwarzweiß über Wasser und durch Wälder, eine vernebelte Märchenoptik und nur das Nötigste an Dialogen – „La Leon“ will in seiner reduzierten Ästhetik mehr Kunstwerk als Spielfilm sein und hadert mit seinem Plot innerhalb des gelungenen Settings: Alvaros innerer Kampf mit seinem Umfeld, die subtil eingesetzte Stille und die unvermeidliche Eskalation könnten so ähnlich in zig anderen Dörfern dieser Welt spielen. Vielleicht ist aber auch genau das eine Stärke von „La Leon“. Intensiv. Fabian Soethof

„La Léon“, Argentinien/F 2006, 85 Min., R: Santiago

Otheguy, D: Jorge Roman, Daniel Valenzuela, Jose Munoz

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