SCIENCE-FICTION-WESTERN„Cowboys & Aliens“ : Sabber mein Gold nicht voll!

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Foto: PPG
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Die Crossoverwelle im Kino rollt weiter: Nach „King Kong vs. Godzilla“, „Alien vs. Predator“ und „Freddy vs. Jason“ nun also „Cowboys & Aliens“. Die Kurzfassung: Besagte Cowboys mischen ein Raumschiff voll sabbernder, hässlicher, übellauniger Aliens auf. Das Ganze spielt im Wilden Westen des späten 19. Jahrhunderts. Klingt super. Tatsächlich macht das Spaß, dennoch lässt einen der Film ratlos zurück: Was ist bloß schief gegangen?

Die Prämisse ist großartig: Ein wortkarger Fremder (seltsam kleinköpfig: Daniel Craig) mit einer Metallmanschette am Arm kommt in ein ödes Wüstenkaff und gerät mit dem Viehbaron Woodrow Dolarhyde (mürrisch: Harrison Ford) aneinander. Doch die nächtliche Lynchparty gerät aus den Fugen, als um sich ballernde Flugobjekte auftauchen und etliche Bewohner entführen. Ruckzuck begräbt man den Streit und nimmt die Verfolgung mit einem Reitertrupp auf, dem sich eine geheimnisvolle Schöne (Olivia Wilde) und der schusswaffenunkundige Saloonbesitzer (Sam Rockwell) anschließen.

Später wird das Befreiungskommando noch durch Desperados und die Reste eines Indianerstammes verstärkt, und ein freundliches Alien erklärt den mental überforderten Menschen, dass es die Invasoren auf die Goldvorräte der Erde abgesehen haben. Ganz schlechte Idee, denn beim Gold hört im Wilden Westen bekanntlich der Spaß auf!

Nicht schlimm, dass die Außerirdischen aussehen wie die missratene Verwandtschaft von Jack Arnolds Ungeheuer aus der Schwarzen Lagune, also wie einem Fünfziger-Jahre-B-Picture entsprungen. Dass sie sich trotz überlegener Technologie auf idiotische Nahkämpfe einlassen, kann man als Ungereimtheiten eines mäßigen Drehbuchs abhaken. Am bedauerlichsten ist vielmehr, dass „Iron Man“-Regisseur Jon Favreau das Potenzial der ungewöhnlichen Konstellation zugunsten eher sinnfreien Geballers verschenkt. Fast keine Spur vom Zivilisationenclash, auch die technologische Asynchronizität bleibt bestenfalls Randthema.

Selbst das Aufeinandertreffen des aktuellen James-Bond-Darstellers mit dem nicht mehr knackfrischen Indiana Jones zündet nur bedingt, weil Daniel Craig zu sehr auf seine physische Präsenz setzt und Ford auch mal mehr als knurrige Einzeiler absondern könnte. „Cowboys & Aliens“ ist ein eher überflüssiger Genrebastard. Wir warten lieber auf „Die Schlümpfe gegen den Weißen Hai“ oder „Wall-E vs. Transformers“. Trashig. Jörg Wunder

USA 2011, 117 Min., R: Jon Favreau, D: Daniel Craig, Harrison Ford, Olivia Wilde, Sam Rockwell

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