Kultur : Seal

Diese Woche auf Platz 8 mit: „Best 1991-2004“

Ralph Geisenhanslüke

Seit einigen Wochen schon tönt es täglich aus dem Radio: „Walk On By“, dieser große Song von Burt Bacharach, geschrieben vor 40 Jahren, unvergesslich geworden durch die Stimme von Dionne Warwick. Darin ist die Rede davon, dass einem manchmal nichts anderes bleibt als „dummer Stolz“. Den scheint Seal, der das Stück heute singt, nicht zu kennen.

Wie er seiner Freundin Heidi erst auf einem kanadischen Gletscher einen Antrag machte, um anschließend mit ihr zu einer Party nach Mexiko zu fliegen – das klingt im Stakkato der Yellow Press vielleicht etwas sehr zackig und Global- Player-mäßig. Aber, hey, der Mann weiß was sich gehört. Und dass er auch das Kind eines anderen annimmt wie ein eigenes, zeugt von Herzenswärme und Größe. Seal, der Brite nigerianisch-brasilianischer Abstammung, der eine schwere Kindheit nebst prügelndem Vater hatte – er wird nun auch privat zum neuen King Of Bedroom Soul. Zum Mann für die Frau in uns allen. Bleibt zu hoffen, dass er dabei nicht auch zum Teil der weltumspannenden Marke Heidi Klum wird, die neben gutem Aussehen Parfüm, Schmuck, eine Birkenstock-Linie, Modekollektionen sowie Süßwaren umfasst. Die emsige Selbstvermarkterin aus Bergisch Gladbach hatte bereits durch Anthony Kiedis, den Sänger der Red Hot Chili Peppers, ersten Hautkontakt mit dem Musikgeschäft. Und wohin es führen kann, wenn Rheinländerinnen Rockmusikern begegnen, das hat schon in den Sechzigerjahren die Kölnerin Christa Päffgen demonstriert, als sie auf The Velvet Underground traf. Päffgen wurde als Sängerin bekannt unter dem Namen Nico.

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