Kultur : Sein & Scheine

Amerikas Kulturszene nach Alberto Vilars Verhaftung

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Nachdem der Kunstmäzen Alberto Vilar Ende Mai wegen Betrugsverdacht verhaftet wurde, überprüfen amerikanische Kultureinrichtungen die Seriosität ihrer Sponsoren noch genauer als bisher. Wie die „New York Times“ berichtet, geht die Jagd auf private Sponsorengelder dennoch weiter. So sagte etwa Samuel C. Butler, Chef der New York Public Library, der Zeitung: „Solange wir nichts wirklich Schlimmes hören, nehmen wir das Geld und fragen nicht weiter.“ Aus dem Musem of Modern Art heißt es dagegen, die Lage habe sich in letzter Zeit verschärft: „Die meisten Institutionen arbeiten sorgfältiger, lassen sich Papiere vorlegen und überprüfen jedes Komma.“

Die amerikanische Kunst und Kulturszene hängt weit stärker von Sponsoren ab als europäische Institutionen. Dass wegen zugesagter und nicht eingegangener Spenden geklagt wird, bleibt dennoch die Ausnahme. Mit dem 64-jährigen Vilar, der eine Kundin seines Unternehmens um fünf Millionen Dollar betrogen und einen Teil der Summe für Sponsoring verwendet haben soll, hat die New Yorker Metropolitan Opera bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Nachdem der Mäzen vier Millionen Dollar für zwei aufwändige Produktionen, „Fidelio“ und Prokofiews „Krieg und Frieden“, zugesagt hatte und die Spende nicht eintraf, musste das Haus 2002 einen hohen Kredit aufnehmen. In Europa unterstützte Vilar früher unter anderem die Bayreuther und die Salzburger Festspiele sowie das Festspielhaus Baden-Baden. Tsp/dpa

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