Kultur : SELBSTFINDUNG

Tan Lines

Jan Gympel

Es beginnt mit einer Erektion. Allerdings ist die nur gezeichnet, zudem in einer Hose verborgen. Jener Australier, der sich knapp „ED“ nennt und hier für Regie, Drehbuch, Kamera und Produktion verantwortlich zeichnet, hat seinen Erstling mit Skurrilitäten gespickt. Allerdings nicht mit jener Fleischbeschau, den man beim Thema „Junge Surfer“ erwarten könnte, zumal von einem schwulen Filmemacher. Hier hat man Sommersprossen, Leberflecken und käsige Haut, obwohl die überzeugenden Darsteller Laien sein sollen. Unaufgeregt und in einem Tempo, das man als Referenz an träge machende Sommerhitze interpretieren mag, wird die Geschichte des Provinzjungen Midget erzählt: Er verfällt seines besten Freundes Bruder. Von der Entwicklung der Figuren wie der Handlung her etwas unausgegoren, ist dies vor allem stilistisch ein hübscher Talentbeweis. Nette schwule Liebesgeschichte. Jan Gympel

„Tan Lines“, AUS 2006, 96 Min., R: ED, D: Jack Baxter, Jed Clarke

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