Self-Publishing : Jetzt helfe ich mir selbst

Was bringt es, das eigene literarische Werk auf einer Plattform ins Netz zu stellen? Der Vorteil beim Self-Publishing: Man muss nicht mehr durch das Nadelöhr Verlag. Der Nachteil: Man ist sein eigener Lektor und PR-Stratege

Auf einem Computer wird auf der Frankfurter Buchmesse am Stand von "meinbestseller.de" ein Umschlag gestaltet.
Auf einem Computer wird auf der Frankfurter Buchmesse am Stand von "meinbestseller.de" ein Umschlag gestaltet.Foto: dpa

Crowdfunding ist nur eine Variante davon, das größere Stichwort heißt Self-Publishing. Zwar wird auf der Frankfurter Buchmesse die Zukunft des gedruckten Buchs beschworen wie lange nicht: "Gedruckte Bücher werden für uns immer wichtig bleiben“, sagte Markus Dohle, der Vorstandschef des weltgrößten Publikumsverlags Penguin Random House, Markus Dohle, am Mittwoch in Frankfurt.

Auch dtv-Geschäftsführer Rudolf Frankl betonte, dass der stationäre Buchhandel für Publikumsverlage unverzichtbar bleibe. Nur in Buchhandlungen könnten neue Bücher eingeführt werden, der Online-Handel könne keine Entdeckungen machen. Dennoch ist Self-Publishing eins der größeren Themen auf der Messe: Was bringt es, seine Werke im Internet auf eine Plattform zu stellen?

Frank Krings, der das Thema in Frankfurt betreut, verweist auf Amerika, wo es bereits erste Self-Publishing-Bestseller gibt, etwa „Wool“ von Hugh Howey. "Im deutschen Markt ist das sicher noch im Anfang, aber man sieht das ja bei vielen digitalen Trends, dass sie sehr schnell eine Eigendynamik bekommen können." Auf den Plattformen dafür, egal ob von etablierten Verlagen oder von Start-up-Unternehmen, lade der Autor seinen Text hoch "und setzt einen Preis fest, sagen wir 3,99 Euro. Wenn jemand das Buch kauft, gehen 70 Prozent an den Autor und 30 Prozent an die Plattform."

Zur Zeit verkaufen sich auf diese Weise vor allem Bücher zu populären Themen gut, "Erotik, Science-Fiction, Horror, Thriller", so Krings. Die Autorinnen und Autoren seien meist jünger und digital affin, die Leser besitzen in der Regel einen E-Reader und sind in den sozialen Netzwerken unterwegs. Der Vorteil: Man muss nicht mehr durch das Nadelöhr namens Verlag. Der Nachteil: Man muss alles selber machen, Lektorat, Cover und Marketing. dpa/Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar