Kultur : Shakira

Diese Woche auf Platz 3 mit: „Fijación Oral Vol. 1“

Ralph Geisenhanslüke

Der Dichter Gabriel Garcia Marquez rühmte einst Shakiras „unschuldige Sinnlichkeit“ und fand außerdem: „Niemand kann so singen und tanzen wie sie". Vom Dichten sprach Marquez nicht. Das Dichten besorgte Shakira früher noch in Analogtechnik mit einem Reimlexikon. Inzwischen, sagt sie, gibt es auch dafür eine Software. Die Sinnlichkeit aber, die hat sie sich nicht nehmen lassen. Eigentlich sei sie ein „braves Mädchen“, sagte sie kürzlich in einem Interview. Doch dann ging sie ausführlich auf den Titel ihres Albums ein, der sich wohl einer schon länger andauernden Psychotherapie verdankt. Ihre „Orale Fixierung“, hat Shakira dabei erkannt, ist noch immer nicht überwunden. Und damit meint sie nicht nur harmlose Sachen wie Singen, Schokolade, Muttermilch. ¡Caramba! – sowas bringt die Auflage hoch!

Dabei versteht die erblondete Kolumbianerin sich ganz als Botschafterin ihres Landes und der spanischen Sprache. Aus diesem Grund erschien ihr Album zunächst mit spanischen Songs, „Oral Fixation Vol. 2“ mit englischen Texten kommt im November. Keine Frage, Shakira hat es, auch dank freundlicher Unterstützung durch die Latin-Pop-Profis Gloria und Emilio Estefan, an die Weltspitze geschafft. Ihre Heimatstadt Barranquilla will der 28-Jährigen demnächst eine vier Meter hohe Bronzestatue widmen. Ob sie Shakira mit einem Eis in der Hand darstellt, singend und tanzend, ist noch unklar. Die Künstlerin stand noch nicht Modell. Aber die Leute von Barranquilla können froh sein, dass es nur die orale Phase ist.

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