Kultur : Sie hat sich verdrückt

Jeannette Krauth grüßt einen Haifischmann

Jeannette Krauth

Letztens las ich eine Aufzählung über den Erfolg junger Menschen. Dass man seine Freunde kategorisieren könne, von „die es geschafft haben“ bis „ähnlich durchschnittlich erfolgreich wie man selbst“. Vorschlag für eine Erweiterung zum Thema Liebe: 1. Freunde, die seit Jahren ein und denselben Menschen toll finden, 2. Freunde, die seit Jahren versuchen, irgendeinen Menschen toll zu finden, 3. Freunde, die anscheinend vor allem Liebeskummer toll finden. Meine Freundin B. schwankt stets zwischen Kategorie 2 und 3. Und als es letztens wieder in Richtung Kategorie 3 absank, waren wir gerade in einer Bar, als ein junger Mann eine Gitarre griff und über einen Haifisch sang, der sich in einen Goldfisch im Wasserglas verliebt und deshalb auf dem Trockenen landet. Klang ein bisschen nach den zwanziger Jahren, dazu Stimme und Wortwitz, wir lachten. Er drückte Freundin B. einen Flyer in die Hand, ein Gig im Privatclub. Meine Freundin wollte hingehen. Doch ihr Liebeskummer wurde schlimmer. Sie nahm einen Job in Spanien an. Jetzt kann sie nicht kommen. Aber bat mich, eins zu tun: Grüße an den Haifischmann. Voilá.

Do 17.5., ab 21 Uhr:

„The Love Gloves“, Privatclub, Pücklerstr. 34, Kreuzberg, 6 €

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