Kultur : Simon Rattle bleibt in Berlin

Die Berliner Philharmoniker haben sich am Freitag überraschend für eine Verlängerung des derzeit bis 2012 laufenden Vertrages ihres Chefdirigenten Sir Simon Rattle ausgesprochen. Bei der Präsentation der Spielzeit 2008/09 am Dienstag hatten sowohl der Dirigent als auch Vertreter des Orchesters noch betont, diese Frage werde erst im kommenden Jahr geklärt. Der Berliner Kultur-Staatssekretär André Schmitz hatte den Philharmoniker daraufhin nahegelegt, sich nicht von dem britischen Dirigenten zu trennen.

Für die Berliner Philharmoniker ist es das erste Mal in ihrer 125-jährigen Geschichte, dass die Musiker autonom über die Vertragsverlängerung eines Chefdirigenten entscheiden können. Zunächst hatte die Konzertdirektion Wolff, später die Politik Mitspracherecht. Herbert von Karajan erhielt einen Vertrag auf Lebenszeit, Claudio Abbado hatte die Zusammenarbeit von sich aus aufgekündigt. Die gestrige Entscheidung ist nun ein erstes deutliches Zeichen, dem konkrete Verhandlungen folgen werden: „Die Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle werden sich nun darüber austauschen, wie die gemeinsame Zukunft nach 2012 aussehen könnte“, hieß es in einer Pressemitteilung des Orchesters. F. H.

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