Kultur : Sind Kandidaten schön?

Der neue Film "Bin ich schön?" von Doris Dörrie wird schon auf Wahlplakaten angekündigt.Scherzbolde haben Papierstreifen mit dem Filmtitel auf die Plakate besonders eitler Kandidaten in Berlin geklebt.Vor allem bei dem SPD-Kandidaten für Schöneberg/Kreuzberg, Eckhard Barthel, paßt der Zusatz wie die Faust aufs Auge.Nicht schlecht macht er sich auch bei dem FDP-Kandidaten in Mitte, der sehr schön aussieht, das selbst weiß und selbst den Slogan "Das Auge wählt mit" gewählt hat.Doris Dörrie gibt derzeit viele Interviews, in denen sie sich aber weniger zu den geschmückten Kandidaten äußert, sondern ganz ernst zur Zukunft des deutschen Films.Sie wünscht sich mehr Mut zu neuen Genres."Wir brauchen alles nebeneinander: Den Krimi und den Action-Film, den ambitionierten Kunstfilm und auch die einfacher gestrickte Komödie, die dafür gut an der Kasse läuft", sagte die 43jährige in einem dpa-Gespräch.Diese Entwicklung brauche jedoch Zeit und Geduld: "Wir dürfen nicht aus allem einen Trend machen und ihn dann ganz schnell wieder totreden." Auch vom Hollywood-Kino sollte sich der deutsche Film nach Ansicht von Dörrie einiges abschauen: "Was den Fleiß, die Liebe zum Drehbuch und die gründliche Recherche angeht, können wir uns von den Amis eine ganz dicke Scheibe abschneiden", sagt die Filmemacherin und Autorin, die an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) eine Professur für Angewandte Dramaturgie hat."Wir müssen wieder lernen, genauer hinzugucken und das wirkliche Leben zu beschreiben." Genau das versucht Dörrie auch in ihrer neuen Regiearbeit "Bin ich schön?".Der tragikomische Beziehungsreigen kommt am 17.September in die Kinos und ist Abschlußfilm für die 55.Internationalen Filmfestspiele in Venedig.

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