Kultur : Sirenenklänge

Wie die Mailänder Scala nach neuen Chefs sucht

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Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Intendanten der Scala. Die Mailänder suchen nach dem Rauswurf von Carlo Fontana (als Intendant) und dem Rücktritt von Riccardo Muti (als musikalischer Leiter) händeringend eine international bekannte Persönlichkeit, um die Scala wieder flottzumachen. Die Opernhäuser in Zürich, Paris oder München zittern um ihre Kapitäne, die den Mailänder Sirenenklängen erliegen könnten.

Die italienische Presse verfolgt derweil die Reisetätigkeit des Musikmanagements. FontanaNachfolger Mauro Meli (der inzwischen nur noch den Lückenbüßer im Interregnum spielt) wurde in Paris gesichtet. Er kam mit leeren Händen zurück, weil sowohl Gerard Mortier als auch Hughes Gall die Mailänder Offerte dankend ablehnten. Ergo Peter Jonas in München. Dagegen machte die „Repubblica“ Alexander Pereira (Zürich) in Mailand aus, wo er mit Bruno Ermolli, dem Vizepräsidenten des Verwaltungsrates, gesprochen haben soll. Der „Corriere della sera“ rechnete dagegen vor, dass Pereira in der Schweiz durch Beteiligung an Sponsorengeldern ein Einkommen von rund 750000 Euro erwarten könnte – drei Mal so viel, wie ihm das Scala-Amt einbringen würde. Der „Corriere“ brachte deshalb den Namen von Stéphane Lissner (Aix-en-Provence) ins Spiel. In anderen Medien wird spekuliert, dass ein neuer Intendant erst im November kommen könnte, wenn die Amtszeit jenes Verwaltungsrates ausläuft, der für das Scala-Chaos mitverantwortlich ist. Auch steht ein direkter Nachfolger für Riccardo Muti zurzeit nicht zur Diskussion. Für die Mai-Tournee der Philharmonie der Scala nach England und Schottland wird Mstislav Rostropovich anstelle von Muti am Pult stehen. klüv.

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