Slowdive, Die Toten Hosen, Ho99o9, Blondie : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Popkritiker/-innen in der Radio-eins-Sendung „Soundcheck" ab 21 Uhr die Alben der Woche vor. Diesmal mit Slowdive, Die Toten Hosen, Ho99o9 und Blondie.

Überraschendes Comeback: Die britische Band Slowdive mit neuem Album.
Überraschendes Comeback: Die britische Band Slowdive mit neuem Album.Foto: Ingrid Pop / Dead Oceans

Slowdive (Dead Oceans/Cargo)

Mit einem neuen Album der 1995 auf Eis gelegten britischen Band hatte man nicht mehr gerechnet. Nun aber wird die Psychedelik des frühen Shoegaze seit einigen Jahren von einer neuen Generation revitalisiert. Es ist insofern eine schöne Ironie der Geschichte, dass Slowdives insgesamt viertes Album auf erhabene Weise beinahe frischer klingt als die Slowdive-Adepten Beach House. Torsten Groß, Moderator

Die Toten Hosen: Laune der Natur (JKP)

Für ihre Single „Unter den Wolken“ drehten sie Reinhard Meys Hoffnungs-Klassiker textlich um – um sich kritisch zur Lage der Nation zu äußern. Was das 16. Album der Toten Hosen abseits von rau gesungener, aber ansonsten ganz zarter Sehnsucht nach besseren Zeiten hergibt, lässt sich – da es uns bis Redaktionsschluss nicht vorliegt – nur vermuten: „Tage wie diese“– gut gelaunt wird es nicht werden. Julia Friese, Welt

Ho99o9: United States of Horror (Caroline/Universal)

Sie haben sehr schlechte Laune, und sie haben allen Grund dazu: Gegen den eskalierenden Rassismus in den USA, gegen Polizeigewalt, Donald Trump und Ku-Klux-Klan streitet das afroamerikanische Punkrock-Duo Ho99o9 (sprich: Horror) mit der zornigsten und kraftvollsten Musik der Stunde. Jens Balzer, Musikjournalist

Blondie: Pollinator (BMG)

Ein Album, das niemand braucht. Nicht mal die Band selbst, die sich, zum Trio geschrumpft, noch immer in der Rolle der Projektionsfläche gefällt und sich die Songs von Verehrern wie Dave Sitek, Johnny Marr und Sia schreiben ließ. Herausgekommen ist: übersteuerte Oma-Musik einer 71-jährigen Debbie Harry, die die harte Punkerin raushängen lässt. Furchtbar. Kai Müller, Tagesspiegel

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