So kann’s gehen : Darf ich mir Geld wünschen?

Immer wieder sonntagsfragen Sie Elisabeth Binder

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Demnächst feiere ich meinen 75. Geburtstag und lade 25 Leute ein. Für den Fall, dass was geschenkt werden sollte, möchte ich lieber Barzuwendungen als Blumen oder Sachen. Ist das gesellschaftlich akzeptabel?

Das ist eine Frage, die immer wieder kommt, wenn auch meist weniger drastisch formuliert. Sicher ist es ein Trend, unter Umgehung von nutzlosen Gegenständen runde Geburtstage dazu zu nutzen, sich einem besonderen Wunsch weiter anzunähern. Das liegt bei älteren Menschen nahe, die sich eher von Sachen trennen wollen, als neue dazu zu sammeln. Aber auch junge Menschen denken in dieser Hinsicht lieber pragmatisch als sentimental. Gesellschaftlich akzeptiert ist der Wunsch in jedem Fall. Die Form, wie man ihn äußert, sollte allerdings gründlich bedacht werden. Das Wort „Barzuwendung“ würde ich unbedingt vermeiden. Stattdessen könnten Sie sich einen größeren Wunsch überlegen, den Sie hegen. Eine Reise vielleicht, ein neuer Fernseher oder ein Konzertabonnement. Dann schreiben Sie in die Einladung hinein, dass Sie sich mehr als über Blumen und Geschenke über eine Beteiligung an diesem besonderen Wunsch freuen.

Vielleicht könnten Sie noch hinzufügen, dass Sie keinesfalls Geschenke erwarten, aber dass Lebenserfahrung Sie gelehrt habe, dass Geburtstage nun mal oft mit Geschenken einhergehen. Dann müssen Sie nur noch eine unkomplizierte Möglichkeit schaffen, die Geldgeschenke elegant loszuwerden. Am besten, Sie platzieren im Flur gut sichtbar eine größere Box mit einem Schlitz, in den auch Karten passen. Das schafft diskret die Möglichkeit, das Geschenk auch anonym loszuwerden, falls man sich unsicher ist, ob die Summe stimmt. Besser fände ich es aber, einen Geldschein nach eigenem Ermessen in eine mit einem Gratulationstext versehene Karte zu stecken und ehrlich den Namen darunterzuschreiben.

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