So kann’s gehen : Wie bekomme ich das Geld zurück?

Immer wieder sonntags fragen Sie Elisabeth Binder

Elisabeth Binder

Es ist uns wiederholt in sehr guten Restaurants passiert, dass nach einem schönen Essen bei der Barzahlung das gesamte Geld einbehalten wurde. Der Service hat einfach selber entschieden, dass ihm der Betrag zwischen Rechnung und gegebenem Geld zusteht, obwohl es mehr als 15 Prozent waren. Ich gebe gerne Trinkgeld, will aber selber über die Höhe bestimmen. Uns erscheint es jedoch peinlich, den Service darauf aufmerksam zu machen.

An Ihrer Stelle würde ich mich ruhig extrem irritiert fühlen. Diese Art von Trinkgeldpiraterie ist nicht zu tolerieren. Es ist auch überhaupt nicht peinlich, einen Kellner auf so schändliches Verhalten anzusprechen. Im Gegenteil, Sie tun sich und allen nachfolgenden Gästen doch etwas Gutes, indem Sie deutlich machen, dass ein Kellner mit so was nicht einfach davonkommt. Ich finde auch, dass man beim Trinkgeld großzügig sein sollte, wenn der Service stimmt und alles in Ordnung war. Aber ein seriöser Kellner muss wissen, dass er nicht stillschweigend einfach das Restgeld unterschlagen darf. Und wenn er es nicht weiß, muss man es ihm sagen.

Natürlich kann ich verstehen, dass es Ihnen peinlich ist, darauf hinzuweisen. Mir selber ist das mal so ergangen, als ich Freunde in eines meiner Lieblingsrestaurants eingeladen hatte. Auch anderswo ist mir das schon passiert, und es macht mich jedes Mal wütend. Richtig wäre es zu sagen: „Könnten Sie mir bitte das Restgeld wiederbringen.“ Wenn das dann geschieht: „Eigentlich hätte ich Ihnen gern ein Trinkgeld gegeben, aber da das mit dem Restgeld so lange gedauert hat, möchte ich darauf verzichten.“ Nicht einfach, und man kann ja auch die oft schlecht bezahlten Kellner verstehen, die es zuweilen mit geizigen Leuten zu tun haben. Es ist aber besser, mit der Rechnung die Info zu bringen, dass Trinkgeld nicht eingeschlossen ist, als den Gast einfach zu übergehen und für dumm zu verkaufen.

Bitte schicken Sie Ihre Fragen mit der Post (Der Tagesspiegel, „Immer wieder sonntags“, 10876 Berlin) oder mailen Sie diese an: meinefrage@tagesspiegel.de

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