So kann’s gehen : Wie bestimme ich die Sitzordnung?

Elisabeth Binder

Ich nehme des Öfteren Tanten und andere Personen in meinem viertürigen Auto mit. Oft setzen sich diese Personen automatisch auf den Beifahrersitz, und mein Mann muss dann hinten Platz nehmen. Ich hätte ihn aber gern an meiner Seite. Wie stelle ich das an, ohne jemanden zu verärgern?

Zunächst mal möchte ich gern Benimmdefizite Ihrer Fahrgäste beklagen. Wenn schon jemand so freundlich ist, einen mitzunehmen, dann lässt man sich doch nicht ohne zu fragen auf den besten Platz fallen. Natürlich wäre es korrekt, wenn Tanten und andere Mitfahrer sich bei Ihnen erkundigten, ob es eine Sitzordnung gibt und wo sie am besten sitzen sollen. Wenn man weiß, dass der Ehemann mitfährt, würde man als Gast eigentlich automatisch nach hinten gehen. Das hat ja auch keinerlei Nachteile, wenn das Auto vier Türen hat, das verlangt keine für ältere Menschen unzumutbaren gymnastischen Übungen. Da Sie ihren Gästen einen Gefallen tun, wenn Sie sie mitnehmen, ihnen also das Leben vorübergehend erleichtern, können Sie sie nach meinem Gefühl auch nicht verärgern.

Wenn sich jemand einfach auf den Beifahrersitz setzt, sagen Sie höflich: „Tut mir leid, der ist für meinen Mann reserviert.“ Sie können das ja durchaus mit einem augenzwinkernden Unterton tun, oder Zusatzbemerkungen wie: „Der muss mir helfen, den richtigen Weg zu finden.“ Aber eigentlich ist eine Rechtfertigung gar nicht nötig.

Man darf sich auch nicht ausnützen lassen und sollte Unverschämtheiten beizeiten Einhalt gebieten. Es ist Ihr Auto, Sie sind die Chauffeurin, also bestimmen Sie auch, wer wo sitzt. Wenn Sie einige Male deutlich gemacht haben, dass Sie Ihren Mann gern auf dem Beifahrersitz haben, wird sich nach einiger, hoffentlich kurzer Zeit die gewünschte Sitzordnung von selbst ergeben.

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