So kann’s gehen : Wie bezahle ich im Restaurant?

Elisabeth Binder

Man hat Freunde in ein Restaurant geladen und will bezahlen. Entweder man hat den Betrag parat und legt ihn in die lederne Mappe, die der Kellner an den Tisch bringt. Oder man geht ohne große Ankündigung zu der Bedienung an der Kasse und zahlt dort. Was ist zu bevorzugen?

Man muss den Betrag gar nicht exakt parat haben – es ist durchaus üblich, dass das Wechselgeld in der Mappe zurückgebracht wird, und zwar ohne dass ein Trinkgeld vom Personal bereits abgezogen wurde. Das hinterlassen Sie stillschweigend, indem Sie sich von dem Wechselgeld nur so viel nehmen, dass etwa zehn, bei höheren dreistelligen Summen auch weniger Prozent des Rechnungsbetrages in der Mappe zurückbleiben. Okay, es ist auch mir schon passiert, dass ausgerechnet in Etablissements, wo man es gar nicht erwartet, weil sie sich besonders vornehm geben, das Personal eigenmächtig ein überhöhtes Trinkgeld abzieht oder gar das lederne Mäppchen einfach einbehält. Da kann man dann immer noch den Marsch zur Kasse antreten und die überfällige Summe einfordern beziehungsweise dem Servierpersonal deutlich machen, dass das Trinkgeld ganz so hoch nicht ausfallen sollte. Mich machen solche Verhaltensweisen immer so wütend, dass sie einen kräftigen Abzug zur Folge haben. Das grenzt wirklich an Nötigung.

Von vornherein stillschweigend zur Kasse zu gehen und die Sache da zu regeln, halte ich für die zweitbeste Lösung. Entspannter und selbstverständlicher wirkt es, bis zum Schluss mit den anderen am Tisch sitzen zu bleiben. Es ist ja nichts Peinliches daran, dass Sie der Gastgeber sind. Und wenn jemand unbedingt einen Blick auf die Rechnung erhaschen will, ist das auch kein Unglück. Dann ist es der Gast, der sich danebenbenimmt, nicht Sie. Übertriebene Diskretion kann auch signalisieren, dass Sie Ihre eigene Großzügigkeit zu wichtig nehmen. Das wiederum wirkt uncool.

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