So kann’s gehen : Wie bremse ich Stimmungskiller?

Elisabeth Binder

Leider gibt es solche Menschen überall. Sie glauben, sich profilieren zu können, indem sie in jeder Suppe ein Haar finden. Irrtümlich denken sie, am Ende vor anderen besser da zu stehen, weil sie den Eindruck erwecken, sich sonst in einer perfekten Umgebung zu bewegen. In Wirklichkeit machen sie sich unmöglich, stoßen andere vor den Kopf und isolieren sich so letztlich. Ein Teufelskreis entsteht. Denn natürlich wird jeder, der eine solche negative Figur zufällig irgendwo herumstehen sieht, nicht die Arme ausbreiten, sondern rasch in Deckung gehen, um eine Begegnung möglichst zu vermeiden. Niemand braucht Stimmungskiller um sich herum. Das verstärkt natürlich noch die Unsicherheit, die an der negativen Haltung oft Schuld ist. Wie reagieren? Widersprechen Sie! Signalisieren Sie Unverständnis. Sagen Sie, dass Ihnen das Ambiente eigentlich gut gefällt, dass Sie die Menschen nett finden und das Essen doch sehr essbar. Es wäre ein Fehler, nur um nicht anzuecken, die Kollegin mit Heucheleien oder kleinen Lügen in ihrer negativen Sicht auch noch zu bestärken. Machen Sie deutlich, dass es viel sympathischer wirkt, wenn man auch mal was Positives entdeckt. Das muss nicht in die Tiefe gehen, Sie haben ja flüchtigen Bekannten gegenüber keinen pädagogischen Auftrag. Aber manchmal bleiben kleine Bemerkungen, ein leise geäußertes Unverständnis beim Anderen doch hängen und verändern etwas. Insofern steckt in Ihrem vorübergehenden Ärger durchaus die Chance, dem persönlichen Erfolg aus der Teilnahme am Kongress noch eine gute Tat hinzuzufügen.

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