So kann’s gehen : Wie gehe ich eine Hochzeit an?

Elisabeth Binder

Da ich Ausländerin bin und meine Tochter einen Deutschen heiraten will, bin ich unsicher, was Hochzeitssitten betrifft. Wer bezahlt die Feier und die Unterbringung der Verwandten? Wie und wo sollten sich die Eltern beider Seiten kennenlernen? Welche Geschenke sind angemessen für den Bräutigam und die nahe Familie?

Grundsätzlich gilt: Angemessen ist, was man sich besten Gewissens leisten kann. Man sollte sich für eine Hochzeit nicht verschulden, steht auch nicht unter dem Druck, ein Endlos-Fest zu machen. Eine schöne Mahlzeit nach der Trauung reicht völlig aus. Sobald die beiden verkünden, dass sie heiraten wollen, sollte man ein Treffen der Eltern organisieren. Am besten wäre es, wenn die künftigen Eheleute es übernähmen, in einem schönen, ruhigen Restaurant, also auf neutralem Terrain, einen Sechser-Gipfel zu organisieren. (Zwei Elternpaare, soweit noch vollständig vorhanden und das Brautpaar.) Da kann man auch erste Pläne schmieden. Früher war es immer so, dass die Familie der Braut die Hochzeitskosten übernahm. Wenn Sie es sich leisten können und wollen, bieten Sie es in jedem Fall an. Nach meinem Gefühl müssen Sie aber nicht auch noch die Hotelkosten für die Verwandtschaft bezahlen. Das können die doch selber tun, wenn sie dabei sein wollen. Ausnahme: Ein lieber Verwandter oder jemand, der unbedingt dabei sein sollte, sich eine Reise aber nicht wirklich leisten kann – wenn der das annehmen möchte. Natürlich ist es immer freundlich, der Einladung Hotelvorschläge beizulegen. Dem jungen Paar sollten Sie das schenken, was es sich wünscht und brauchen kann. Manche hinterlegen entsprechende Listen im Internet oder in großen Geschäften. Eltern sind aber so nah dran, dass sie sich einfach absprechen können. Dass Sie der Familie des Bräutigams etwas schenken müssen, denke ich nicht.

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