So kann’s gehen : Wie schütze ich meinen Teppich?

Immer wieder sonntags fragen Sie Elisabeth Binder

Elisabeth Binder

Meine ganze Wohnung ist mit einem hellen Textilbelag ausgelegt. So fühle ich mich am wohlsten. Leider kommt es immer wieder zu peinlichen Situationen, wenn ich bei Regenwetter Besucher bitte, in bereitstehende Pantoffeln zu schlüpfen. Auch wenn Familienmitglieder mit Hunden kommen, leide ich bei dem Gedanken, wo die überall schon hingetapst sind.

- Geraldine, gastlich


Manchmal möchten Leute ihre Schuhe vielleicht nicht ausziehen, weil sie genau wissen, dass sie Löcher in den Strümpfen haben und ihnen das peinlich ist. Andere scheuen angebotene Gemeinschaftspantoffeln aus Angst vor übertragbaren Krankheiten. Am besten ist es immer, seine Gäste auf solche Situationen vorzubereiten. Sagen Sie doch gleich bei der Verabredung, dass Sie diese spezielle Teppichmacke haben und eventuell um einen Schuhwechsel bitten. Hypochondrische Besucher können sich dann eigene Hausschuhe oder Söckchen mitbringen. Gäste, die für sich Sonderkonditionen in Anspruch nehmen, nur weil sie zur Familie gehören, halte ich ohnehin für etwas fragwürdig. Rücksichtnahme ist unabhängig vom Beziehungsstatus immer angezeigt.

Ich sehe allerdings ein, dass es oft schwer ist, Verständnis zu finden für eigentlich simple Dinge. Sie könnten sich auch ein paar einfache Teppichfliesen oder Flickenteppiche besorgen und die im öffentlichen Teil Ihrer Wohnung zum Schutz über den eigentlichen Belag drapieren, wenn verregneter Besuch ins Haus steht. Hotels machen das oft vor einem großen Ball. Man kann auch mit der Situation spielen und zum Beispiel mit einem Stück einfacher, dünner Auslegeware Gästen und Hunden einen roten Teppich ausrollen. Anschließend rollt man den Schutzteppich wieder zusammen und hebt ihn bis zur nächsten Gelegenheit im Keller auf. Das scheint mir immer noch einfacher zu sein, als nach dem Abschied lange an den hinterlassenen Flecken rumzufummeln oder gar eine Gästephobie zu entwickeln.

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