So kann’s gehen : Wie stelle ich mich Nachbarn vor?

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Wie stelle ich mich als neue Nachbarin den anderen Mietern vor? Ich lebe jetzt in einem schönen Haus in einer gutbürgerlichen Wohngegend. Insgesamt sind wir acht Mietparteien. Weder möchte ich bei jedem einzeln klingeln noch in meine Wohnung einladen, die noch nicht komplett eingerichtet ist. Auf Zufallsbegegnungen zu warten fühlt sich auch nicht richtig an.

Auf einen Cocktail in eine nicht ganz fertige Wohnung einzuladen kann durchaus Charme haben. Der Glaube, sich anderen immer und überall perfekt präsentieren zu müssen, scheint mir ein typisch deutsches Missverständnis zu sein. Improvisation wirkt oft viel angenehmer auf andere. Ich kann aber auch verstehen, dass Ihnen das nach dem Umzug zu anstrengend ist. Einmal kurz anzuklingeln erscheint mir nicht unzumutbar, aber die Gefahr besteht natürlich, dass man das im falschen Moment tut. Ich würde vielleicht sieben schöne Grußkarten mit unterschiedlichen Motiven besorgen. Und mich dann jedem der neuen Nachbarn handschriftlich kurz vorstellen.

Es wäre schön, wenn Sie in den Formulierungen variieren könnten. Schreiben Sie, wie angenehm Sie es finden, in einem so schönen Haus zu leben und dass Sie sich schon darauf freuen, die neuen Nachbarn nach und nach kennenzulernen. Erzählen Sie dem einen woher Sie kommen, dem anderen, was Sie an der neuen Umgebung besonders reizvoll finden. Dann werfen Sie die Karten in die Briefkästen, alle zur selben Zeit, damit sich niemand benachteiligt fühlt. Es ist ja davon auszugehen, dass über Sie auch gesprochen wird.

Anschließend können Sie sich erst mal entspannen, da Sie ja einen ersten Schritt getan haben. Sicher werden Sie im Hausflur angesprochen, vielleicht klingelt es auch mal. Wenn Sie dann gerade keine Zeit haben, ist das völlig egal. Durch Ihre Kartenaktion haben Sie ja schon bewiesen, wie sehr Ihnen an einer guten Nachbarschaft liegt.

Bitte schicken Sie Ihre Fragen mit der Post (Der Tagesspiegel, „Immer wieder sonntags“, 10876 Berlin) oder mailen Sie diese an:

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