So kann’s gehen : Wie viel Parfüm muss ich ertragen?

von

Eine gute Freundin parfümiert sich so stark ein, dass mir regelrecht die Luft wegbleibt. Besonders schwer auszuhalten ist es, wenn man im Konzert eng beieinander sitzt. Das Parfüm ist wahrscheinlich sehr teuer, und ich will die Freundin auch nicht kränken.

Caroline, überwältigt

Die charmanteste Lösung wäre ein gemeinsamer Einkaufsbummel, bei dem Sie die Freundin zu einem neuen Parfüm einladen. Je länger man einen bestimmten Duft benutzt, desto schlechter ist man in der Lage, den selber zu riechen. Das ist einfach ein Gewöhnungseffekt, der da eintritt und einen verleitet, viel mehr Parfüm aufzulegen, als es notwendig und der Umwelt zuträglich wäre. Es ist im Falle Ihrer Freundin also ganz offensichtlich höchste Zeit für einen Wechsel. Wenn Sie gemeinsam einkaufen gehen, dann hätte das den zusätzlichen Vorteil, dass Sie selber beraten und die Freundin in Richtung eines milderen Parfüms lenken könnten. Es stimmt schon, manche Menschen ziehen regelrechte Duftspuren hinter sich her, zum Beispiel auch im Fahrstuhl. Natürlich könnten Sie den nächsten Anlass für ein Geschenk abwarten, Geburtstag oder eine Einladung, und der Freundin ein von Ihnen ausgewähltes Parfüm als Geschenk mitbringen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sie davon weniger nimmt, ist sehr hoch. Leider kann es aber auch sein, dass sie es erst mal in den Schrank legt oder gar weiterverschenkt. Vielleicht mögen Sie der Freundin also einfach so den Wechsel der Duftnote vorschlagen. Parfüms repräsentieren manchmal auch eine bestimmte Lebensphase oder ein Lebensgefühl, es kann also durchaus aufheiternd wirken, mal zu wechseln und sich den Mitmenschen anders darzustellen. Wenn Sie von den ätzenden Duftwolken künftig verschont bleiben wollen, müssen Sie diese gar nicht madig machen und so die Gefahr einer Kränkung eingehen. Es reicht, wenn Sie Alternativen möglichst verlockend darstellen.

Bitte schicken Sie Ihre Fragen mit der Post (Der Tagesspiegel, „Immer wieder sonntags“, 10876 Berlin) oder mailen Sie diese an:

meinefrage@tagesspiegel.de

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben