Kultur : Soap goes Kino - Im Horrorfilm sind deutsche Serienstars so richtig zum Fürchten

Nadine Lange

Was braucht man für einen Teenie-Horrorfilm? Als erstes natürlich Teenies: Hier sind es die Geschwister Leon, Melissa und Lissy - drei Wohlstandskinder, denen Papa die Sommerferien verdorben hat. Wegen schlechter Zeugnisse hat er ihnen die Kreditkarten gesperrt und sie ins abgelegene Familienferienhaus in den Alpen geschickt. Damit ist auch schon Punkt zwei erledigt: eine schicke Umgebung mit Gruselpotenzial (unheimlicher Stall!). Jetzt aber das Wichtigste: die Psychos.

Von denen hat Michael Karens Kinofilmdebüt "Flashback - Mörderische Ferien" zwei. Einmal den sichelschwingenden Serienkiller: In den ersten zehn Minuten darf er gleich zwei Teenies, zwei Erwachsene und einen Hund umsäbeln. Psycho Nr. 2 ist die hübsche Jeanette, die den Geschwistern Nachhilfe in Französisch geben soll. Sie kommt aus einer Klinik, wo sie jahrelang wegen eines Traumas behandelt wurde. Weitere Zutaten: einige Kurz-Schock-Momente, ein paar Genre-Zitate und ein bisschen angedeuteter Sex. "Flashback" hat alles, was ein Film dieses Metiers braucht - schließlich stammt das Original-Drehbuch vom Horror-Altmeister Jimmy Sangster ("The Mummy", 1959). Und trotzdem: Der Film ist viel zu brav inszeniert. Jede Slasher-Szene kommt mit Ansage, jedes Vorbeihuschen einer Katze soll schon gruselig sein.

Größter Nachteil von "Flashback": der Fernsehlook. Privat-TV-Serien-Regisseur Karen nutzt kaum die Größe der Leinwand aus. Selbst Berglandschaften wirken hier platt. Dazu passt: Die drei Hauptdarstellerinnen starteten ihre Karrieren in Vorabendserien ("Gute Zeiten, Schlechte Zeiten", "Verbotene Liebe"). Bei RTL oder Pro 7 wäre der Film sicher ein Quotenhit geworden. Fürs Kino ist er zu klein.In 15 Berliner Kinos

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