SOMMERFESTIVAL IM KONZERTHAUS„Young Euro Classic“ : Spiel ohne Grenzen

Frederik Hanssen

Das Jugendorchestertreffen „Young Euro Classic“ versteht sich auch als Volksfestival. Bei Einheitspreisen von 12 Euro auf allen Plätzen im Konzerthaus am Gendarmenmarkt soll jeder, der sich für die Nachwuchsensembles aus aller Welt interessiert, auch dabei sein können. Und weil außerdem der Kunde bei „Young Euro Classic“ König ist, gibt es in jedem Sommer eine Publikumsjury, die alle Konzerte zwischen dem 3. und 20. August besucht und hinterher einen Preis in Höhe von 5000 Euro für das spannendste neue Werk vergibt.

Diese Jury versteht sich als Stellvertreterin aller Zuhörer und setzt sich darum auch aus „ganz normalen“ Klassikfans zusammen. Nur der oder die Vorsitzende ist vom Fach. In diesem Jahr koordiniert Christiane Tewinkel, Musikwissenschaftlerin, Buchautorin und als Kritikerin auch regelmäßig im „Tagesspiegel“ zu lesen, die Meinungsfindung des zehnköpfigen Gremiums.

Bewertet werden Ur- oder Erstaufführungen, die in den Konzerten präsentiert werden – wobei die Orchester aufgefordert sind, Stücke von lebenden Landleuten mitzubringen. Außerdem wurden auch Kompositionsaufträge vergeben, so beispielsweise an Guohui Ye, dessen „Spätherbst“ das Symphonieorchester des Konservatoriums Shanghai am Samstag zur Uraufführung bringt.

Nach welchen Kriterien die Publikumsjury die zeitgenössische Musik bewertet? Die Vorsitzende hat da mit Titel eines ihrer Bücher einen deutlichen Hinweis gegeben: „Bin ich normal, wenn ich mich im Konzert langweile“. Darauf kann man nur antworten: Wenn die Stücke langweilig sind und auch so gespielt werden – dann „Ja“!Frederik Hanssen

Konzerthaus, bis Mo 20.8., 20 Uhr, 12 €

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