Kultur : Sommerkomödie: Das BE antwortet Hochhuth

Das Berliner Ensemble hat zu der fristlosen Kündigung seines Mietvertrages durch Rolf Hochhuth und die Ilse-Holzapfel-Stiftung Stellung genommen. Rechtsanwalt Peter Raue erklärte, das 17-seitige Kündigungsschreiben liege dem Land Berlin erst seit Montagvormittag vor. Man müsse dieses nun studieren. Gleichzeitig stellte Rauer fest: „ Es gibt keinen Rechtsanspruch auf eine Aufführung des ,Stellvertreters’ im Berliner Ensemble. Die Ilse-Holzapfel-Stiftung hat lediglich das Recht, eine von ihr finanzierte und realisierte Inszenierung an drei Tagen im Oktober am Berliner Ensemble zu zeigen. Ein solches Angebot hat Rolf Hochhuth niemals unterbreitet. Ohne rechtliche Verpflichtung hat Claus Peymann das Stück am Berliner Ensemble herausgebracht. Eine Wiederaufnahme scheidet mangels Besucherinteresse aus.“

Die Aufführung von Hochhuth-Stücken ist seit Jahren der Zankapfel zwischen dem von Claus Peymann geleiteten BE und dem Dramatiker, der so gut wie nicht mehr auf deutschen Bühnen gespielt wird. Hochhuth hat mehrfach zu erzwingen versucht, dass seine Werke am BE laufen, er ist über die Holzapfel-Stiftung Eigentümer der Immobilie am Schiffbauerdamm. Zur Sommerbespielung durch die Stiftung erklärte Raue, das Berliner Ensemble sei dazu nur verpflichtet, wenn Zeitraum und Stück wie vertraglich verabredet rechtzeitig angeboten würden. Das sei bisher nie geschehen. Dennoch habe Claus Peymann im Rahmen des Möglichen die Bespielungswünsche von Rolf Hochhuth erfüllt.

Darüber hinaus verlangt Hochhuth von Peymann eine Inszenierung seines Stückes „Sommer 14“. Diese Forderung, sagte Raue, habe Peymann aus künstlerischen Gründen stets zurückgewiesen. Ein Anspruch auf eine Inszenierung eines Stückes von Rolf Hochhuth am Berliner Ensemble existiere nicht. Rolf Hochhuth hat schon einmal eine Kündigung ausgesprochen gegen das BE. Mit seiner Klage vor dem Landgericht Berlin ist er damit erfolglos geblieben. Tsp

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