SOMMERTHEATERPoetenpack spielt Shakespeares „Hamlet“ : Helsingör in Sanssouci

Antje Horn-Conrad

Das Potsdamer Poetenpack, eine wanderfreudige Theatertruppe, entdeckt für seine Sommerstücke immer wieder neue Aufführungsorte. Nach Pfingstberg, Friedenskirche und Q-Hof steigt es nun hinauf auf den Klausberg, wo Friedrich der Große 1770 von Georg Christian Unger ein Belvedere errichten ließ. Der zweigeschossige Rundbau mit seiner doppelläufigen Freitreppe bildet die Kulisse für William Shakespeares „Hamlet“, und so wird Schloss Helsingör kurzerhand nach Sanssouci verlagert.

Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, ist nicht sicher, ob der König selbst einer Darbietung der Tragödie beigewohnt hätte, lehnte er doch alle Literatur ab, die nicht französisch war. „Alle anderen Sprachen verlieren, wenn man sie übersetzt; die englische allein gewinnt dabei“, schrieb Friedrich. Vielleicht, so vermutet Dorgerloh, beurteilte er deshalb Shakespeare vergleichsweise milde: „Ihm könnte man seine Ausschweifungen wohl verzeihen...“. Das Poetenpack hat mit dem englischen Dramatiker keinerlei Berührungsängste. Nach „Maß für Maß“ und „Der Widerspenstigen Zähmung“ wagt sich die Truppe nun an eines seiner größten Dramen. Regisseur Justus Carrière inszeniert die Geschichte um den dänischen Prinzen, der vom Geist des ermordeten Vaters aufgefordert wird, Rache zu üben, als tragikomisches Sommertheater. Carriére selbst taucht in der Schauspieltruppe auf, die im Stück die Mordtat auf die Wanderbühne bringt und so die Reaktion des Täters testet. Als Hamlet wird Tilmar Kuhn zu erleben sein. Antje Horn-Conrad

Belvedere auf dem Klausberg, Do 23.8., Sa/So 25./26.8., Do/Fr 30/31.8., 20 Uhr, 16/19 €

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