Kultur : Sonne im Herzen

Frederik Hanssen

Freitags und sonnabends, wenn es Mitternacht vom Glockenturm am Ludwigkirchplatz schlägt, schleicht ein Chamäleon mit zehn Stimmbändern durch die Wilmersdorfer Schaperstraße (bis 30. März). Das wandlungsfähige Wundertier stammt aus Köln und hört auf den Namen Basta. Fünf schnieke Jungs haben sich zusammengeschlossen, um ganz ohne Instrumente Musik zu machen: A cappella wuseln sie durch den Dschungel der Stile, wechseln unablässig Klangfarbe. Sie gleiten von Schlager zu Rock, von Jazz zu Disco, rappen, steppen - und klingen dabei stets wie aus dem Ei gepellt. Der Bicolor-Sound ist ihre Spezialität: Sie lassen hören, wie es klingt, wenn Herbert Grönemeyer den Marianne-Rosenberg-Hit "Er gehört zu mir" krächzt oder sich der Beatles-Dauerbrenner "Yesterday" in den Buena Vista Social Club verirrt. Wellen der Wiedererkennungsfreude gehen durch die Bar jeder Vernunft: Was die fünf Sangesfreunde da veranstalten, geht weit über einen fünfstimmig gesetzten Hitparaden-Schnelldurchlauf hinaus. Diese Show ist eine Charmeoffensive der Doppeldeutigkeiten, als Comedy Harmonists bringen die "Basta"-Boys die Bude zu kochen. Und das Beste ist: So detailverliebt durchgestylt die kleine Revue auch ist, das Quintett wirkt unglaublich frisch - was angesichts der Uhrzeit nicht zu verachten ist.

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