Kultur : Sotto voce

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Jörg Königsdorf entdeckt die Konkurrenz der Universitäten

Wir sagen es lieber gleich: Spektakuläre Klassik-Großereignisse darf man im Moment nicht erwarten. Bis in zwei Wochen das young.euro.classic-Festival startet, richtet sich mit einem Mal alle Aufmerksamkeit auf die Veranstaltungen, die sonst das ganze Jahr über im Schatten von Philharmoniker-Konzerten und Opernhäusern stehen. Was den durchschnittlichen Klassik-Hörer allerdings eher seine Hilflosigkeit bewusst werden lässt, denn wer weiß beispielsweise, was sich hinter einer Gruppierung wie dem Soda Sinfonie Orchester verbirgt, dass sich an diesem Wochenende in der Kulturbrauerei immerhin der Herausforderung solcher Werke wie Dvoraks „Aus der neuen Welt“ und Brahms’ Violinkonzert (Freitag) stellt und daneben noch eine Operngala (Samstag) und eine Serenadennacht (Sonntag) schmeißt? Glaubt man dem Pressetext, ist die Formation aus ehemaligen Berliner UDK-Studenten zu Großem in der Lage. Glaubt man Tagesspiegel-Kritiker Frederik Hanssen, ist Friedrich Suckel, der das Arienkonzert am Samstag dirigieren wird, ein Talent, das aufhorchen lässt. Und ein Feuerwerk gibt’s übrigens noch obendrauf.

Wer will, hat an diesem Wochenende sogar die Chance, sich einen Überblick über die universitäre Orchesterszene zu verschaffen: Neben den Ex-UDKlern konzertieren am Freitag (im Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge) und am Sonntag (HeiligKreuz-Kirche Kreuzberg) das Junge Orchester der FU sowie am Freitag und Samstag im Innenhof der Humboldt-Universität die Studentische Philharmonie dieser ehrwürdigen Institution im Rahmen des OpenAir-Opernprojekts mit Berlioz’ „Béatrice et Bénédict“. Und wem das noch nicht reicht, der kann sich am Freitag oder Samstag im Theaterhaus Mitte auch noch die „Don Giovanni“-Projektarbeit der Hochschule „Hanns Eisler“ anschauen. Eigentlich genug, um die Profis nicht zu vermissen.

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